10.7.2013
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Steuerausgleich leicht gemacht

Damit der Steuerausgleich kein Buch mit sieben Siegeln ist, bieten die AK-Steuerexperten eine kleine Reise durch das Formular L1, garniert mit den wichtigsten Erklärungen.

Durch die Arbeitnehmerveranlagung haben Sie die Möglichkeit, für das abgelaufene Kalenderjahr ihre Ausgaben sowie eine eventuelle Negativsteuer geltend zu machen. Alles was Sie dazu brauchen ist das Formular L1 oder Sie machen die Erklärung über finanzonline.bmf.gv.at. Wenn man mit der Eingabe der Daten noch nicht vertraut ist, kann man sich die „Demo Arbeitnehmerveranlagung“ auf der Homepage des Finanzministeriums ansehen, auf der die einzelnen Schritte gut erklärt werden.

So funktioniert’s

Wichtig ist bei beiden Verfahren das richtige Ausfüllen des Formulars, das spart viel Rückfragen und gegebenenfalls auch falsche Auszahlungen. Neben den persönlichen Daten wird man auf Seite zwei des Formulars gefragt, wie viel Jahreslohnzettel beim Finanzamt abgegeben wurden. Hier ist unbedingt die richtige Anzahl anzugeben, stimmt diese nämlich nicht mit den beim Finanzamt gespeicherten überein, wird der Jahresausgleich nicht bzw. falsch durchgeführt. Oft kommt es vor, dass man zunächst eine hohe Gutschrift bekommt, die man, falls die restlichen Jahreslohnzettel dann beim Finanzamt eintreffen natürlich wieder zurückzahlen muss. Da die Arbeitgeber bis Ende Februar Zeit haben, die Jahreslohnzettel elektronisch zu übersenden, macht es wenig Sinn, den Ausgleich -insbesondere online – schon lange vorher, zu beantragen.

 

Alleinverdiener, Alleinerhalter

Ganz wichtig ist bei Zutreffen der Voraussetzungen das Ankreuzen des Alleinverdiener- oder Alleinerzieherabsetzbetrages. Selbst wenn diese Absetzbeträge schon während des Jahres beim Arbeitgeber berücksichtigt wurden, müssen sie unbedingt samt der Anzahl der Kinder eingegeben werden, damit sie auch beim Jahresausgleich berücksichtigt werden können. Mehrkindzuschlag (bei mindestens drei Kindern), Unterhaltsabsetzbetrag (bei Alimentezahlung) und Kinderfreibetrag (Zusatzformular L1k) nicht vergessen.
Für jedes Kind muss ein eigenes L1k-Formular ausgefüllt werden und das auch von jedem Elternteil der diese Freibeträge beantragen will.

Sonderausgaben

Bei den Sonderausgaben, die sich auf Seite zwei des Formulars befinden, sind Versicherungen nur absetzbar, wenn man eine Bestätigung der Versicherung für Zwecke der Sonderausgaben erhalten hat. Bei der Wohnraumschaffung ist zu bedenken, dass nur neu geschaffener Wohnraum absetzbar ist, hier sind sowohl die Eigenmittel als auch die Rückzahlungen von Krediten absetzbar. Die Kirchenbeiträge sind seit 2009 bis zu € 200,- absetzbar. Sonderausgaben kann man auch für den Ehegatten oder für die Kinder, für die man Familienbeihilfe bezieht, absetzen.

 

Werbungskosten

Weiter geht es zu den Werbungskosten: Neu ist ab 2008 der Pendlerzuschlag für Geringverdiener (siehe eigener Artikel). Wenn das Pendlerpauschale vom Arbeitgeber in der richtigen Höhe berücksichtigt wurde, ist das Feld Pendlerpauschale frei zulassen. Wurde das Pendlerpauschale nicht in der richtigen Höhe ausgewiesen (das kann man auf den Lohnzetteln bzw. online kontrollieren) so ist der selbsterrechnete Betrag einzutragen. Die Sätze dazu finden Sie auf unserer Homepage bzw. auf dem Formular L34. Falls man eine (geringfügige) Nebenbeschäftigung hatte, kann man die bezahlten Pflichtbeiträge, die einem von der Gebietskrankenkasse vorgeschrieben werden, in die Zeile 274 eintragen.

Weitere Werbungskosten stellen Abschreibungen für den Ankauf eines beruflich genutzten Computers (60% des Anschaffungswertes, verteilt auf drei Jahre), Arbeitsmittel, Fortbildungskosten usw. dar. Viele Arbeitnehmer sind Wochen- oder Monatspendler: Diesen stehen die Kosten für Familienheimfahrten (begrenzt mit € 3.151.50) zu, sofern der Ehegatte am Familienwohnsitz Einkünfte bezieht.

Außergewöhnliche Belastungen

Sofern man selber oder der Ehegatte keine Behinderung, sind die Krankheitskosten bei Punkt 730 einzutragen, ansonsten unter Punkt 476 oder 417, damit kein Selbstbehalt verrechnet wird. Für die Geltendmachung der Pauschalien bei auswärtiger Ausbildung der Kinder und von behinderungsbedingten Mehraufwendungen und Freibeträgen von Kindern, verwenden Sie das Formular L1k. Der Behinderungsgrad muss allerdings mindestens 25% ausmachen, das gilt wiederum bei Alleinverdienern auch für den Ehegatten sowie für Kinder mit Familienbeihilfenbezug. Bezieht man Pflegegeld, stehen die allgemeinen Freibeträge nicht zu. Wenn die tatsächlichen Kosten aber höher sind als das Pflegegeld, wird die Differenz berücksichtigt. Unabhängig vom Pflegegeld sind auch die Freibeträge für Diäten, Kfz und Kosten für Hilfsmittel und Arztkosten zu berücksichtigen.

 

Zusatzformular L1i

Neu ist das Zusatzformular L1i: Wenn man als Arbeitnehmer zusätzlich ein Einkommen oder Pension aus dem Ausland bezieht, kann man nun das Formular L1 mit dem Zusatzformular L1i (und nicht mehr das E 1) verwenden. Ebenfalls neu ist, dass man einen Lohnzettel (Formular L17) entweder vom ausländischen Arbeitgeber oder wenn dies nicht möglich ist, selber ausfüllen und beilegen muss. Dies betrifft vor allem Arbeitnehmer, die saisonweise oder ganzjährig in Italien oder in der Schweiz gearbeitet haben oder als Grenzgänger tätig sind. Wichtig ist auch die Unterscheidung, ob man EU-Bürger ist oder Drittstaatenangehöriger. Saisonkräfte, die nicht länger als sechs Monate in Österreich gearbeitet haben und nicht aus einem EU/EWR Land stammen, wird ein Betrag von € 9.000,-- hinzugerechnet, sodass sich der Jahresausgleich nur bei hohen Ausgaben (Familienheimfahrten) rentieren wird. Anders ist dies bei EU/EWR-Bürgern, diese haben jetzt im Formular L1i die Möglichkeit, auf die unbeschränkte Steuerpflicht und damit auf einen vollständigen Jahresausgleich zu optieren, falls das österreichische Einkommen 90% ihres Welteinkommens ausmacht oder die ausländischen Einkünfte nicht mehr als € 11.000,-- betragen. 

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