Pendler sind nicht das Problem für den knappen Parkraum in Innsbruck

Nach Innsbruck pendeln täglich 50.000 Beschäftigte ein. Sie bilden nicht nur einen wesentlichen Einnahmefaktor für die Stadt, sondern sichern auch den Standort. Deshalb kann Aussperren nicht die Lösung sein! Die AK Tirol verlangt für die echte Einpendlerkarte für die betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

kontakt

Wirtschaftspolitische Abteilung
Tel. : +43 800 22 55 22 1466
- Kostenlose Hotline
Fax. : +43 512 5340 1459
E-Mail: wirtschaftspolitik@ak-tirol.com

Die Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung auf die Stadtteile Hötting West, Höttinger Au, Pradl und Reichenau  rückt näher, und soll in den nächsten Monaten erfolgen. Und die zuständige Vizebürgermeisterin Sonja Pitscheider betont, dass sie damit dem Problem der Pendler als Dauerparker zu Leibe rücken will.

Damit ist nun aber auch endgültig klar, dass mit dem neuen pendlerfeindlichen Konzept für die Parkraumbewirtschaftung kein ausgewogenes Verhältnis des knappen Parkraums zwischen Anrainern und Einpendlern erzielt werden soll, sondern dass die Pendler als Störenfriede wahrgenommen werden.

AK Präsident Erwin Zangerl: „Mit diesem Ansatz zur Parkraumbewirtschaftung verkennt die Innsbrucker Stadtregierung jedoch, dass es beim Parken in Innsbruck nicht nur um die in Innsbruck ansässige Bevölkerung geht, sondern dass Innsbruck als Landeshauptstadt maßgeblich auch vom Umland und von Einpendlern profitiert. Nach Innsbruck pendeln mehr als 50.000 Beschäftigte ein. Diese stellen einen wesentlichen Einnahmefaktor für die Stadt dar und sichern den Standort der Landeshauptstadt maßgeblich. Diesen Umstand negiert die Stadtregierung mit dem neuen Konzept aber völlig.“

Besonders betroffen sind jene Arbeitnehmer, die in Betrieben beschäftigt sind, die in den neuen – derzeit noch unbewirtschafteten Stadtteilen - arbeiten. Diesen Einpendlern, die bisher mit dem Auto zu ihrem Arbeitsplatz gekommen sind, haben bald schon keine realistische Alternative mehr. So ist in den Parkstraßen das Parken nur zum Tagestarif von 7 Euro möglich. Bei 20 Arbeitstagen in einem Monat bedeutet dies Parkkosten von 140 Euro und damit etwa gleich viel, wie für einen Stellplatz in einer Parkgarage in der Innenstadt. Selbst wenn diese Einpendler bereit wären, einen Parkgaragenplatz zu mieten, so können sie es in den neu geschaffenen Parkstraßen gar nicht, denn dort gibt es praktisch keine öffentlichen Tiefgaragen.

Auch das Umsteigen auf öffentliche Verkehrsmittel ist für viele Einpendler in diesen Stadtteilen keine richtige Alternative. Die Buslinien der IVB sind auf das Stadtzentrum ausgelegt, von dort fahren ein bis zwei Linien in die betroffenen Stadtteile. Wer als Einpendler nicht entlang der ÖV-Linien wohnt, müsste also zuerst ins Stadtzentrum fahren und dort auf den Bus umsteigen. In Anbetracht der zu den Stoßzeiten überfüllten öffentlichen Verkehrsmittel wird die Situation nochmals verschärft.

Einpendler, die im Stadtzentrum arbeiten, können die Jahreskarte des VVT kaufen, die bekanntermaßen teuer ist. Müssen die Einpendler aber auch noch auf die städtischen Linien umsteigen, müssen sie zusätzlich noch den Kernzonenzuschlag bezahlen, der derzeit 212 Euro kostet. Das bedeutet, dass das Pendeln an den Stadtrand teurer ist, als das Pendeln ins Stadtzentrum, und mit den neuen Parkstraßen wird dieser Umstand nochmals verstärkt.

Aus diesem Grund erneuert die Arbeiterkammer Tirol ihre Forderung, dass die Stadt für die Parkstraßen eine Einpendlerkarte anbietet. Formal existiert eine derartige Karte seit Langem, die Kriterien für eine positive Bearbeitung sind aber so streng, dass in der Praxis kein Einpendler Anspruch darauf hat. Stattdessen sollte eine Einpendlerkarte gewährt werden, die bei Nachweis der Arbeitsstätte in der betroffenen Zone ausgestellt wird. Damit würden diese Stadtteile auch als Arbeitsstandort gesichert. Dies würde auch zu keinen größeren Konflikten führen, da Einpendler ja nur während des Tages, aber nicht in den Abend- und Nachtstunden parken.

Das könnte Sie auch interessieren

Pendlerpauschale auch für Teilzeit © Klaus Eppele, Fotolia

Pendlerpauschale

Das Wichtigste zum Pendlerpauschale

Fahrt im Zug © lightpoet, Fotolia

Der Pendlerrechner

Seit 2014 gibt's neue Regeln für die Unterscheidung zwischen großem und kleinem Pauschale und der Frage der Zumutbarkeit von Öffis.

Portrait Jobticket © Sergii Shcherbakov, Fotolia.com

Jobticket

Das neue Jobticket gilt nicht als Sachbezug und ist somit für alle Arbeitnehmer steuerfrei.