Zukunftsprogramm der AK Tirol beschlossen

Im Rahmen der Herbsttagung des Tiroler Arbeitnehmerparlaments haben die 70 Kammerrätinnen und Kammerräte den Jahresvoranschlag für 2019 beschlossen. Dieser sieht Einnahmen und Ausgaben in Höhe von rund 44,1 Millionen Euro vor. „Die Beiträge unserer Mitglieder sind bestens angelegt“, stellt AK Direktor Gerhard Pirchner fest. „Allein im Arbeits- und Sozialrecht erkämpfen wir Jahr für Jahr knapp so viel Geld für unsere Mitglieder, wie unser Gesamtbudget ausmacht. Werden alle Leistungen der AK Tirol in Geld bewertet, fließt die von den Mitgliedern geleistete Kammerumlage in dreifacher Höhe wieder an sie zurück.“

Das kommende Jahr steht besonders im Zeichen des AK Zukunftsprogramms. Es basiert auf einem in der Hauptversammlung beschlossenen Projekt für die Jahre 2019 bis 2023. Dieses Zukunftsprogramm der Arbeiterkammern wurde der Bundesregierung übermittelt und der Öffentlichkeit vorgestellt.

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Digitalisierungs-Offensive

Basierend auf den Ergebnissen der AK Dialoginitiative „Wie soll Arbeit...?“ wird in den nächsten fünf Jahren eine Digitalisierungs-Offensive für die AK Mitglieder umgesetzt. Damit wird gewährleistet, dass auch die AK Mitglieder auf den Wandel der Arbeitswelt („Arbeit 4.0“) vorbereitet werden und auch davon profitieren können.

So werden in den nächsten fünf Jahren von allen Länderkammern insgesamt 150 Millionen Euro in den Bereich Digitalisierung investiert. Für die AK Tirol bedeutet dies einen jährlichen Anteil von mehr als 2,8 Mio. Euro. Ein kleiner Teil davon fließt auf Bundesebene ein. Den Löwenanteil, nämlich mehr als 2,6 Mio. Euro, wird die AK Tirol direkt im Land investieren und zwar in den Bereich „Digitalisierung für Tiroler Mitglieder“. Der Begriff „Digitalisierung“ wird hier umfassend als Vorbereitung und Begleitung der Tiroler Mitglieder auf die neuen komplexen Herausforderungen einer „modernen Arbeitswelt 4.0“ im Sinne einer umfassenden Stärkung ihrer persönlichen Kompetenzen verstanden.

Arbeitswelt 4.0

Zusätzlich zum Schwerpunkt „Arbeitswelt 4.0“ werden die drei Schlüsselbereiche der Zukunft „Bildung“, „Pflege“ und „Wohnen“ weiter ausgebaut und intensiviert. Die Digitalisierungs-Offensive Tirol selbst sieht eine neu gestaltete, inhaltlich und finanziell ausgeweitete AK Zukunftsaktie für die Arbeitnehmer-Familien vor sowie die Verstärkung der Maßnahmen im Bereich Berufsorientierung. Dazu kommen noch die wesentliche Mitfinanzierung beim Projekt „Berufskundlicher Mittelschulabschluss“ gemeinsam mit dem AMS Tirol und dem BFI Tirol sowie ein noch intensiveres Schulungsangebot für Betriebsräte, Kammerräte und Gemeinderäte. Zusätzlich wird der Maschinenpark im Ausbildungszentrum-Metall in Wattens komplett erneuert. Fortgeführt werden die höchst erfolgreichen unterschiedlichen Lehrgänge in der AK-BFI-Werkmeisterschule, der AK Projektwettbewerb für Lehrlinge und ein neuer AK Demokratieworkshop für Jugendliche sowie der weitere Ausbau der internationalen Projekte „Jugend in Aktion“ (AK goes International, AK Rückenwind, TirolerInnen auf der Walz).

Schutz und Solidarität

Ein weiterer finanzieller Schwerpunkt ist für den Bereich Schutz und Solidarität der AK Mitglieder vorgesehen. Die Stichworte dazu:

  • Schutz für Arbeitnehmer durch Information, Rechtsberatung, rechtzeitige Intervention und gerichtlichen Rechtsschutz
  • Laufende Begutachtung der Gesetze und Verordnungen auf ihre Arbeitnehmer- und Sozialverträglichkeit
  • Fundierte gesellschafts- und sozialpolitische Grundlagenarbeit im Sinne einer arbeitnehmerrelevanten Entscheidungsfindung
  • Aus- und Weiterbildung der AK Mitglieder für nachhaltige Beschäftigungsimpulse
  • Verstärkung im Top-Service für die Tiroler AK Mitglieder in allen Bezirken. Dazu wird ab Jahresbeginn die AK Wörgl als zusätzliche Verstärkung im Beratungs- und Hilfsangebot für den Bezirk Kufstein eröffnet.

Bei einem mittleren Einkommen lag der Mitgliedsbeitrag der AK Tirol bei 6,99 Euro netto pro Monat. Die Zahl der Mitglieder ist im Vorjahr auf 359.220 gestiegen. Rund ein Viertel (90.200) der Mitglieder zahlt keine Beiträge: Geringfügig Beschäftigte, Niedrigverdiener, Arbeitsuchende, Lehrlinge, Präsenz- und Zivildiener, Karenzierte.

AK als Solidar­gemeinschaft

AK Präsident Erwin Zangerl bedankte sich bei den Tiroler AK Mitgliedern: „Erst durch die automatischen Beiträge, im Schnitt 7 Euro pro Monat, kann die Arbeiterkammer Tirol ihre Aufgabe als solidarische Standesvertretung der mehr als 350.000 Arbeitnehmer bestens erfüllen. Die Arbeitnehmer finanzieren sich ihr Schutzhaus zu 100 Prozent selbst. Damit ist die AK auch auf keine öffentlichen Mittel angewiesen. Das wiederum gewährleistet die Unabhängigkeit der AK gegenüber Staat und Wirtschaft. Diese Beiträge fließen an die AK Mitglieder in direkter oder indirekter Form wieder zurück. Nicht umsonst genießt die AK seit Jahren den Spitzensympathiewert in Tirol.“

Wie wichtig die AK Tirol für ihre Mitglieder ist, zeigen die Zahlen: Im letzten Jahr verzeichnete die Arbeiterkammer Tirol insgesamt mehr als 319.000 telefonische und persönliche Beratungen. Im Schnitt wenden sich täglich mehr als 1.300 AK Mitglieder an ihre AK Tirol in Innsbruck und an die acht Bezirkskammern.

Einen wichtigen neuen Aufgabenbereich betrifft seit Juni 2018 die laufende Registrierung aller Beschäftigten in den Gesundheitsberufen. Hier wurde die AK vom Gesetzgeber beauftragt, die Registrierung der rund 20.000 in diesen Berufen tätigen Beschäftigten in Tirol durchzuführen. Auch wurden rechtzeitig die nötigen personellen Ressourcen umgesetzt.

Regionalisierungs-Offensive

Im Rahmen der Regionalisierungs-Offensive der AK verweist der AK Direktor auf jährlich mehr als 100 Informationsabende in den einzelnen Bezirkskammern zu allen Themen des täglichen Rechts, die von tausenden AK Mitgliedern genutzt werden. So etwa zu Steuerreform, Betriebskostencheck, Erben und Schenken, Gesundheits-, Bildungs- und Konsumententhemen sowie zum Arbeitnehmerschutz. Ab Jänner wird in Wörgl eine neue AK Stelle als zusätzliche Einrichtung den Andrang der Arbeitnehmer im Bezirk Kufstein besser verteilen und abfedern.

Im Bereich Sachaufwand betreffen die größten Positionen den Rechts- und Sozialbereich mit Arbeitsrecht, Betriebsservice, Sozialpolitik und Sozialberatung, das Referat Gesundheit und Pflege sowie Lehrlings- und Jugendschutz. Ein weiterer großer Bereich im Sachaufwand ist für Wirtschaftspolitik, Konsumentenschutz sowie Wohn- und Mietrecht veranschlagt. Weitere Mittel sind für den Bildungs- und Kulturbereich, für die Informationen, Veranstaltungen und Zuwendungen an AK Mitglieder vorgesehen.

Ebenfalls einen wichtigen Schwerpunkt stellt die AK Ferienaktion dar, an der im kommenden Jahr neuerlich bis zu 1.500 Kinder in insgesamt mehr als 35 Aktionswochen teilnehmen werden. Auch die EU-Förderprojekte „Jugend in Aktion“ sind wichtige Maßnahmen zur Eingliederung und Orientierung junger Menschen in die Ausbildungs- und Arbeitswelt.

Arbeitswelt & Schule

Ein wichtiges Arbeitsfeld stellt auch das Thema Arbeitswelt und Schule dar. Im Rahmen der „AK werkstatt“ konnten bereits zahlreiche schulische und außerschulische Veranstaltungen durchgeführt werden. Die „AK werkstatt“ hat sich zu einer Plattform und Begegnungsstätte für Klassen aller Schulstufen entwickelt. Hier ist die AK Tirol federführend bei Informationsprojekten an den unterschiedlichsten Schulformen und Schulstufen: So etwa mit dem Unterricht „Schau aufs Geld“, der auch in Berufsschulen vermittelt wird, aber auch mit den „Wirtschaftsplanspielen“ sowie den Berufsorientierungsmappen für die 8. und 9. Schulstufen. Ergänzt wird das Angebot durch die AK Nachhilfe in den Semester-, Oster- und Sommerferien sowie durch die kostenlose Nachhilfe für Lehrlinge. Außerdem sind im kommenden Jahr zahlreiche Gutachten und Studien zu allgemeinen gesellschaftspolitischen Themen in Tirol geplant.