6.11.2017

Arbeitnehmer brauchen besseren Kündigungsschutz vor Operationen, Kur- oder Reha-Aufenthalten

Die Fälle, bei denen Arbeitgeber nach dem Erhalt der Information über eine bevorstehende Operation oder eines genehmigten Kur- oder Rehabilitationsaufenthaltes Beschäftigte kündigen, häufen sich. Die AK Vollversammlung verurteilt diese Praxis, bei der die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall gespart werden soll, und fordert das zuständige Ministerium auf, derartige Vorgehensweisen gesetzlich zu unterbinden.

OP, Kur oder Reha

Gern und viel wird über loyale Verhältnisse zwischen Arbeitgebern und Beschäftigten gesprochen, leider gibt es jedoch immer wieder Fälle, bei denen gerade loyale Arbeitnehmer benachteiligt werden. So werden sie gekündigt, weil sie, sofort nachdem sie den Termin einer Operation bzw. eines Kur- oder Reha-Aufenthalts erhalten haben, diesen dem Arbeitgeber bekannt geben. Dadurch erspart sich der Arbeitgeber die Entgeltfortzahlung, die im Krankheitsfall zu leisten wäre.

Sparen auf Kosten der Beschäftigten

Umgekehrt betrachtet könnten sich Arbeitnehmer, die weniger loyal sind, die Entgeltfortzahlung am besten dadurch sichern, wenn sie erst am ersten Verhinderungstag den Arbeitgeber davon informieren. Dann hätte der Arbeitgeber keinerlei Möglichkeit, sich bereits vorab auf eine längere Abwesenheit eines Arbeitnehmers einzustellen.

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Regelung dringend notwendig!

Da die derzeitige Gesetzeslage zum Krankenstand für solche Fälle keine ausdrückliche Regelung vorsieht und die juristische Beurteilung unterschiedlich ausfällt, bedarf es dringend einer ausdrücklichen gesetzlichen Regelung: Kündigt ein Arbeitgeber einen Beschäftigten, nachdem diesem der Termin einer Operation oder eines Kur- bzw. Rehabilitationsaufenthaltes mitgeteilt wurde, hat er das Entgelt über das Ende des Dienstverhältnisses hinaus zu bezahlen. Dabei ist nur die Dauer des operationsbedingten Krankenstandes oder des Kur- oder Rehabilitationsaufenthaltes auf die nach der Dienstzeit zustehende Entgeltfortzahlungsdauer bei Krankheit und Unglücksfall anzurechnen. Die AK Tirol fordert daher den Bundesminister für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz auf, einen diesbezüglichen Gesetzesvorschlag einzubringen.


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